Echter Lavendel – Die heilige Pflanze der Antike
Seit über 2.500 Jahren ist der Lavendel ein wichtiger Teil der menschlichen Kultur. Schon im alten Ägypten, im antiken Griechenland und im antiken Rom wurde diese Pflanze sehr für ihre zahlreichen positiven Eigenschaften geschätzt.
Der Lärm des antiken Roms drang nur noch als ein fernes, gedämpftes Murmeln in den Innenhof des alten Heilers Flavius. Auf einer steinernen Bank saß der junge Zenturio Marcus, erschöpft von den Feldzügen, den inneren Bildern des Krieges und einer Schlaflosigkeit, die seinen Geist wie ein schwerer Nebel lähmte. Seine Muskeln waren verkrampft, sein Atem ging flach.
Flavius trat schweigend an ihn heran und hielt ihm ein Bündel getrockneter, tiefvioletter Blütenknospen entgegen. Er zerrieb einige davon zwischen seinen Fingern. Ein herber, unverkennbar frischer Duft breitete sich augenblicklich in der warmen Luft aus. Marcus schloss unwillkürlich die Augen und atmete tief ein. Mit jedem Atemzug spürte er, wie die Enge in seiner Brust nachließ.
Der Heiler lächelte sanft und erklärte, dass Marcus gerade das Geheimnis der heiligen Pflanze der Antike einatme, den Lavendel. Schon die alten Ägypter verehrten dieses Kraut als heilig. Sie nutzten seine kostbaren Essenzen, um die Körper ihrer Pharaonen einzubalsamieren und die Seele auf ihrer Reise ins Jenseits vor negativen Energien zu schützen. Für sie war der Lavendel eine Brücke zwischen der irdischen Welt und dem Kosmos. Auch die Gelehrten in Griechenland und hier in Rom schätzten die Pflanze zutiefst. Ihr Name leitet sich vom lateinischen Wort lavare ab, was waschen bedeutet. Doch der Lavendel reinigt nicht nur das Badewasser der Thermen, er wäscht vor allem die Unruhe aus der Seele.
Marcus öffnete die Augen und blickte auf die unscheinbaren Blüten. Er fragte sich, warum gerade diese zarte Pflanze eine so mächtige Wirkung besaß.
Flavius erklärte ihm, dass die Natur im Lavendel eine perfekte Balance geschaffen hat. Wenn seine ätherischen Öle den Geist berühren. besänftigen ihm, vor dem Schlafengehen einige Tropfen auf seine Schläfen zu reiben. Als Marcus den Innenhof verließ, strömte der Duft noch immer durch seine Sinne. Zum ersten Mal seit Monaten fühlte er eine tiefe, unerschütterliche Gelassenheit in sich aufsteigen.
Was macht den Lavendel so wirkungsvoll?
Getrocknete Blüten enthalten neben Gerbstoffen wie Rosmarinsäure, mit antiviralen, antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften, auch Flavonoide, welche antioxidative Effekte haben und den Kreislauf stärken.
Bis heute ganz besonders geschätzt wird auch das ätherische Öl aus den Blüten – das Lavendelöl. Dieses wirkt aufgrund seines Gehaltes an Linalool leicht antimikrobiell. Eingenommen – als Kapseln zum Beispiel – findet das Öl Verwendung bei der Behandlung von Unruhe, Einschlafstörungen, funktionellen Bauchbeschwerden und bei ängstlicher Verstimmung. Äußerlich wird es unter anderem als Badezusatz bei Verspannungen oder Erschöpfung genutzt.
Wegen des guten Geruchs hat der Lavendel aber auch große Bedeutung als Duftstoff in Parfüms oder Seifen. Die getrockneten Blüten in kleinen Säckchen verpackt helfen gut bei der Abwehr von Insekten.
Der Lavendel – die Heilige Pflanze der Antike – ist ein Multitalent, das nur darauf wartet, von Ihnen entdeckt zu werden!

